Lass alle nach deiner Pfeife tanzen – werde Schiedsrichter!

Beim letzten Verbandstag Ende August ist ein Königsjäger in das erweiterte Präsidium des BSV gewählt worden. Carsten Haase ist nun Referent für Schiedsrichter-Ausbildung. Anfang des Jahres erreichte er schon den Titel „International Arbiter“ (Internationaler Schiedsrichter). Mit Jonathan Born haben wir nun sogar einen weiteren FIDE-Schiedsrichter. Dennoch täuschen diese Erfolge nicht darüber hinweg, dass wir in Zukunft ein Schiedsrichter-Problem im Verein haben könnten.

Auf der von Sven Schüle aktualisierten Schiedsrichterliste des Vereins kann man erkennen, dass die Anzahl der Schiedsrichter durch auslaufende Lizenzen und Vereinsaustritte von Schiedsrichtern stark abgenommen hat. Schon bisher spielt die Verteilung von Schiedsrichtern bei BMM-Heimspielen eine entscheidende Rolle, wenn wir im BMM-Team festlegen, welche Mannschaften gemeinsam ein Heimspiel haben. Wenn die Anzahl an Schiedsrichtern in Zukunft weiter abnimmt, kann es dazu führen, dass auch die Zusammensetzung innerhalb der Mannschaft durch die Schiedsrichter-Frage bestimmt wird! Das wollen wir unbedingt vermeiden und brauchen daher eure Unterstützung! Würde eine neue Saison mit den gleichen Mannschaften wie bisher durchgeführt werden, hätten 3 (!) von 7 Mannschaften keinen Schiedsrichter mit gültiger Lizenz in ihrem Team.

Die nächste Gelegenheit für eine Schiedsrichter-Ausbildung zum VSR (Verbandsschiedsrichter), eine Fortbildung zum RSR (Regionaler Schiedsrichter) oder eine Verlängerung der Lizenz besteht beim Lehrgang, der an den Wochenenden 17./18.10. und 24./25.10.  beim SC Kreuzberg stattfindet. Weitere Informationen und die Ausschreibung hier. Die Kosten werden vollständig vom Verein übernommen.

Verbandsschiedsrichter kann man mit 14 Jahren werden, Regionaler Schiedsrichter mit 16 Jahren. Auch wer an diesem Termin keine Zeit hat oder wegen Corona kein Risiko eingehen möchte, sollte sich eine Schiedsrichter-Ausbildung als guten Vorsatz für das Jahr 2021 aufschreiben.

Eine Schiedsrichter-Ausbildung kann auch zum Eigennutz dienen. So lernt man die Regeln besser kennen und kann sie auch in eigenen Partien anwenden.

Beispiel gefällig?

In folgender Stellung hat Weiß einen schwarzen Turm auf e7 geschlagen und bot danach – mit der Annahme, dass Schwarz mit der Dame zurücknimmt – Remis an.

Schwarz fasste jedoch den König, merkte, dass er einen Fehler begeht: 1. … Kxe7?? 2. Da7+ nebst Damengewinn und möchte nun das Remis annehmen. Was macht Weiß?

Als ausgebildeter Schiedsrichter kennt Weiß die Regeln und macht Schwarz darauf aufmerksam, dass er alleine durch das Berühren des Königs bereits das Remisangebot abgelehnt hat (FIDE-Regeln Artikel 9.1.2.1). Er kann maximal selbst Remis anbieten (was Weiß natürlich ablehnt). So muss Schwarz nach „berührt-geführt“ einen Königszug machen, Weiß gewinnt die Dame und Schwarz lernt einmal mehr, dass er erst denken und dann ziehen sollte.

Unabhängig vom Schiedsrichter-Lehrgang wird es eventuell wieder einen Regelkundeabend geben, bei dem wieder die wichtigsten Regeln in komprimierter Form erklärt werden.

Der Verein braucht euch!

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